Teilen

hunger-auge_01
Das Trockene Auge – keine Befindlichkeitsstörung

Die Bezeichnung Trockenes Auge ist ein historischer Begriff, der sich für einen sehr komplexen Krankheitsprozess der Augenoberfläche eingebürgert hat. Etwa jeder dritte Patient beim Augenarzt klagt über Symptome des Trockenen Auges. Damit ist es eine der häufigsten ophthalmologischen Diagnosen überhaupt.

Ein Trockenes Auge entsteht, wenn der Körper zu wenig Tränenflüssigkeit produziert oder die Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit so verändert ist, dass die Träne zu stark verdunstet. Das Trockene Auge wird in einem Großteil der Fälle durch Störungen des Fettfilms und einen gestörten Regelkreis hervorgerufen, bei dem der verringerte Tränenfilm zu einer Entzündung führt, die wiederum einer weiteren Beeinträchtigung des Tränenfilms Vorschub leistet.

Haben Sie Trockene Augen?

Die häufigsten Symptome des Trockenen Auges sind:

  • Fremdkörpergefühl (vergleichbar mit: Sand in den Augen)
  • das Gefühl von Druck auf den Augen
  • müde, schwere oder lichtscheue Augen
  • häufiges Jucken oder Brennen
  • gerötete Augen
  • Tränenfluss (!) bei Wind, Kälte oder Lichtwechsel
  • verklebte Lider am Morgen
  • Schwierigkeiten beim morgendlichen Lidöffnen
  • Schweregefühl der Lider

Ursache des Trockenen Auges

  • Nachlassende Tränenproduktion im Alter
  • Hormonumstellung (Wechseljahre)
  • Einnahme von bestimmten Medikamenten wie z.B. Blutdrucksenkende Mittel (Beta-Blocker), Schlafmittel, Psychopharmaka, Anti-Baby-Pille
  • regelmäßiger Gebrauch von gefäßverengenden Augentropfen bzw. von Augentropfen mit Konservierungsmitteln (Antiglaukomatosa)
  • Kontaktlinsenträger
  • Kosmetika
  • Umweltbelastungen und klimatische Einflüsse:
    • Zugluft
    • Ozon
    • Zigarettenrauch
    • Heizungsluft, Klimaanlagen
    • Fernsehen, Bildschirmarbeit

Erkrankungen:

  • Rheuma
  • Diabetes mellitus
  • Entzündliche Gefäßerkrankungen
  • Zustand nach Schlaganfall
  • Zustand nach Katarakt- und LASIK-Operationen

Was können wir tun?

Die Anamnese beinhaltet einen offenen Teil, in dem Patienten ihre Beschwerden beschreiben können und einen gezielten Teil in dem die genauen Modalitäten der Beschwerden wie tageszeitliche Schwankungen, Umweltfaktoren und Augen- bzw. systemische Erkrankungen abgefragt werden. Dazu benutzen wir einen umfangreichen Fragebogen.

Nach Basisdiagnostik und speziellen Untersuchungen ist die Therapie des Trockenen Auges sehr komplex. Die Therapie des Trockenen Auges ist im Wandel begriffen, da die alleinige Substitution der Träne vielfach nicht ausreicht.

Alle schematischen Therapievorschläge  sind nur Hinweise auf ein systematisches Vorgehen. Im Einzelfalle benötigt der Patient eine individuelle Therapieanweisung, Therapiekontrolle sowie Hinwendung, Zeit und Führung bei in der Regel chronischem Verlauf.